Entstehungsgeschichte

1998 führten wir eine Erhebung in unseren Freizeitstätten durch. Diese ergab, dass viele der Kinder und Jugendlichen, die unsere Einrichtungen besuchen, auch in einer reichen Stadt wie München in Armut aufwachsen. Wir stellten fest, dass manche unserer Besucherinnen und Besucher an Ausflügen und Ferienfahrten trotz relativ geringer Teilnahmebeiträge aus finanziellen Gründen nicht teilnehmen konnten und zu Hause bleiben mussten. Aber auch Folgen von Mangelernährung oder nicht ausreichende Kleidung (besonders im Winter) wurden von unseren Pädagoginnen und Pädagogen in den Einrichtungen registriert. Die Veröffentlichung der Erhebungsergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz führte zu einer ganz unerwarteten und sehr heftigen Reaktion der Medien und der Öffentlichkeit. Viele Menschen meldeten sich bei uns und wollten Sach- oder Geldmittel spenden. Dies war die Geburtsstunde des Projektes Hilfe für Kids.

Kreisjugendring München-Stadt

Der Kreisjugendring München-Stadt (KJR) ist die Arbeitsgemeinschaft der fast 70  Münchner Jugendverbände und -gemeinschaften sowie Träger von 49 städtischen Freizeiteinrichtungen und 8 Kindertageseinrichtungen.

Der KJR ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Er ist als öffentlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe zur Erteilung einer Zuwendungsbestätigung für Spenden und Beiträge berechtigt, die zu steuerbegünstigten Zwecken i.S.d. § 10b Einkommensteuergesetz verwendet werden.

Armut und soziale Benachteiligung

Hilfe für Kids - Natur erleben auf der Nordhaide

Deutschland ist ein reiches Land und dennoch leben hier Kinder und Jugendliche in Armut. Da geht es nicht um die bildhafte Vorstellung von 5-Jährigen, die durch Schuhe putzen, Betteln oder schwere stundenlange Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen.

Armut in reichen Ländern ist unauffälliger. Erst im Vergleich zur übrigen Gesellschaft wird sie deutlich.

Laut einer Unicef-Studie (6/2017) gelten 2 bis 2,5 Millionen Kinder in Deutschland als arm. Das mittlere Einkommen ihrer Familien liegt 50 bis 60 Prozent unter dem Durchschnitt.

In Deutschland leben rund 21 Prozent aller Kinder mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in einer Armutslage. Für weitere 10 Prozent ist das ein kurzzeitiges Phänomen. (Bertelsmann Stiftung, Studie zu Kinderarmut 10/2017)

In München haben laut Armutsbericht der Stadt München (11/2017) rd 30.650 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Anspruch auf Leistungen aus dem SGBII (u.a. Bildungs- und Teilhabepaket).